Deutscher Gewerkschaftsbund

08.01.2021
Ausbildung

Sächsische Auszubildende: Zufriedenheit steigt - am meisten mit Interessenvertretung!

DGB Sachsen und DGB Jugend Sachsen veröffentlichten heute den "Ausbildungsreport 2020". Darin werden Auszubildende zur ihrer Zufriedenheit mit der Ausbildung befragt. Es zeigt sich: Die Zufriedenheit steigt. Vor allem in Betrieben mit Interessenvertretung, sprich Gewerkschaftsmitgliedern.

Auszubildende

Auszubildende DGB/Colourbox.de

"Azubis sind aber nicht als "Arbeitskräfte zweiter Klasse", sondern zum Lernen im Betrieb!"

Trotz gestiegener Zufriedenheit gibt es offenbar noch einige Baustellen in Sachen Ausbildung. Nicht einmal die Hälfte der sächsischen Azubis bekommt eine Übernahme nach der Ausbildung zugesagt. Auch hinsichtlich der Ausbildungsnachweise scheint man es im Freistaat nicht allzu genau zu nehmen. Und besonders in Pandemiezeiten von Bedeutung: Es entsteht der Eindruck, das Auszubildende oftmals Kolleg:innen mit Kinderbetreuungsaufgaben oder solche in Kurzarbeit ersetzen. "Azubis sind aber nicht als "Arbeitskräfte zweiter Klasse", sondern zum Lernen im Betrieb!", konstatiert diesen Umstand Ralf Hron, Chef des DGB Südwestsachsen.

"Auszubildende haben kein reines Arbeitsverhältnis."

Einige Auszubildende werden derzeit auch selbst in Kurzarbeit geschickt. "Das ist gut, wenn dadurch das Ausbildungsverhältnis gerettet wird. Andererseits birgt auch dieses Vorgehen die Gefahr, dass man vergisst: Auszubildende haben kein reines Arbeitsverhältnis. Sie unter Fortzahlung ihrer Ausbildungsvergütung weiter zu beschäftigen, ihnen nach Möglichkeiten alternative Wege zur Wissenvermittlung zur Verfügung zu stellen, muss oberste Priorität haben.", so Hron.

"Wer ausbildet, investiert in die Zukunft."

Wer ausbildet, investiert in die Zukunft. Deswegen ist es gerade mit Blick auf die Frage nach guten Fachkräften ausgesprochen wichtig, heute für gute Ausbildungsbedingungen zu sorgen. Hron dazu weiter: "Gerade im ländllichen Raum brauchen wir deshalb einen guten ÖPNV, ein "Azubi-Ticket", nicht über 30 Euro und natürlich geregelte Wohnverhältnisse. Hier könnte eine Lösung in sogenannten "Azubi-Appartements" liegen." Gute Ausbildungsbedingungen kommen nicht von allein. Ein scharfer Blick hilft, zu erkennen, wo nachgebessert werden muss. Deshalb gibt es den aktuellen Ausbildungsreport hier zum Download:


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