Deutscher Gewerkschaftsbund

30.09.2015
DGB SV Chemnitz

Meisterfeier der HWK Chemnitz 2015

Präsident Mothes und Professor Dr. Dr. h.c. Nieda-Rümelin ehren 284 Jungmeister

Ehrung JungmeisterInnen 2015 HWK Chemnitz

Die Ehrung der JungmeisterInnen der HWK Chemnitz 2015. Hron

Am 19. September fand in der Stadthalle Chemnitz die diesjährige Meisterfeier der HWK statt. Präsident Dietmar Mothes dankte den 284 Jungmeistern des Jahrgangs 2015 für die harte Arbeit, die vor diesem bedeutsamen Abschluss stand. Er drückte seine Wertschätzung für die angehenden Meister aus, die mit ihrem Abschluss ihr Wissen an Auszubildende weitergeben können. Unter ihnen befinden sich 51 Frauen, Absolventen aus vielen verschiedenen Bundesländern und aus der Schweiz. Der Präsident der HWK hob in seiner Rede die Bedeutung des Handwerks für die regionale Wirtschaft, wie auch für die Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen hervor. Zur Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen forderte Mothes die Politik auf, mögliche Einstellungen durch ein Aufenthaltsrecht für potentielle Auszubildende von 3+2 Jahren vorzunehmen, also die Ausbildungszeit + zwei weitere Jahre.

Der ehemalige Kulturstaatsminister Deutschlands Prof. Dr. Dr. h.c. Nida-Rümelin hielt eine meisterliche Festrede an die versammelten Jungmeister, Gäste aus den Familien und die zahlreichen politischen und gesellschaftlichen Vertreter der Region. In bekannter eindrucksvoller rhetorischer Manier kritisierte der diesjährige Festredner den „Akademisierungswahn“. Er führte in seiner frei vorgetragenen Rede seine Kritik an der OECD-Einschätzung zur Notwendigkeit einer immer mehr steigenden Zahl von Hochschulabschlüssen sowie der Geringschätzung der dualen beruflichen Ausbildung in Deutschland und einigen wenigen weiteren Ländern aus. Nida-Rümelin wies akribisch nach, dass in den Ländern mit einem dualen beruflichen Ausbildungssystem gerade die Jugendarbeitslosigkeit besonders gering ausfällt. „Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn wir unser duales System opfern würden. Genau jenes System, das offensichtlich junge Menschen in hervorragender Weise in die Berufswelt integriert“, führte er aus. Nida-Rümelin verwies darauf, dass insbesondere in den USA das universitäre und College-System wohl zwar Spitzenleistungen hervorbringt, das aber alle anderen Menschen, die diese universitäre Ausbildung nicht durchlaufen, ohne Abschluss dastehen lässt.

Bei der Meisterfeier wurden die Besten des Jahrgangs geehrt und es konnte an diesem Morgen eine besondere Auszeichnung vorgenommen werden. Ein Weltmeister wurde geehrt. Der äußerst sympathisch wirkende Nathanel Liebergeld hatte in Sao Paulo, Brasilien bei den World Skills 2015 den Weltmeistertitel im Sanitärhandwerk errungen. Der stolze Handwerkspräsident zeichnete den jungen Mann und seine Ausbildungsfirma mit der Finanzierung eines Meisterlehrgangs aus. An der Veranstaltung in Chemnitz nahmen die Arbeitnehmervertreter des Handwerks und der DGB Regionsgeschäftsführer Ralf Hron teil.


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