Deutscher Gewerkschaftsbund

26.02.2015
Chemnitz

Fachtag „Handwerk gestaltet Berufsbildung der Zukunft“

DGB diskutiert Berufsausbildung in der Handwerkskammer Chemnitz

Rede Staatsminister Martin Dulig (SPD)

DGB SWS

Iris Kloppich überreicht Martin Dulig Blumen als zum Geburtstag

DGD SWS

Am 26. Februar 2015 fand in der Handwerkskammer Chemnitz eine Tagung unter dem Titel „Das Handwerk gestaltet Berufsausbildung der Zukunft“ statt. Arbeit und Leben organisierte die Veranstaltung zur Zukunft der Berufsausbildung in Kooperation mit der HWK Chemnitz und dem DGB Sachsen. Nach dem der Stellv. Ministerpräsident, Martin Dulig, von HWK-Präsident von Chemnitz, Dietmar Mothes, und von der Bezirksvorsitzenden des DGB, Iris Kloppich, eingangs herzliche Geburtstagsglückwünsche entgegen nehmen konnte, führten beide in das eintägige Treffen ein. Iris Kloppich beschrieb zentrale Herausforderungen für die berufliche Qualifikation in ihrer Einführung. Sie drückte dabei ihre hohe Wertschätzung für das Handwerk in Sachsen aus. „Der kulturelle Code des Handwerks ist die Berufsausbildung. Seit vielen Jahren übernehmen die vielen Handwerksbetriebe ein wichtiges Stück Verantwortung für junge Menschen.“ Dietmar Mothes begrüßte die Teilnehmer des Fachtags in seinem Haus und freute sich über den großen Zuspruch. Er lobte die Beteiligung an der Selbstverwaltung und zeigte in seinen Ausführungen großes Verständnis für die Jugendlichen an der Schwelle zur beruflichen Qualifikation. Mit 24.000 Betrieben, im Durchschnitt 6 Beschäftigte gehört das Handwerk in der Region Südwestsachsen zu einem sehr wichtigen Teil der Wirtschaft. Auf 1.000 Einwohner kommen hier 16,5 Handwerksbetriebe, was gleichzeitig deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt. Im vergangenen Jahr konnten die Ausbildungsverträge um 5,5% gesteigert werden.

Eröffnung und Begrüßung durch Irsi Kloppich (DGB)

DGB SWS

Begrüßung durch Dietmar Mothes (HWK Chemnitz)

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Begrüßung durch Frank Schott (Arbeit und Leben)

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Ebenso wie die beiden Eingangsredner zeigte sich der Geschäftsführer von Arbeit und Leben, Frank Schott, hoch erfreut über den Besuch des Wirtschafts-, Arbeits- und Verkehrsministers Martin Dulig, der danach das Hauptreferat des Tages hielt.

Unter dem Titel „Das Handwerk als Wirtschaftskraft in Sachsen“ würdigte Staatsminister Dulig ausführlich das Handwerk mit seinen 320.000 Beschäftigten als Motor für wirtschaftliche Entwicklung und insbesondere der beruflichen Qualifikation. Dulig beschrieb die Strategie der Sächsischen Staatsregierung mit den Worten: „Wir können und wollen auf kein einziges Talent verzichten.“ Er verband das Lob für das Handwerk und deren Selbstverwaltung mit seiner Sicht auf die Zukunftsherausforderungen, z.B. die Unternehmensnachfolgen, die Anforderungen der Digitalisierung, der Durchlässigkeit zur Hochschulbildung und der technischen Rahmen-bedingungen, wie z.B. dem Breitbandausbau. Dulig zeigte seine hohe Wertschätzung gegenüber den Leistungen der in den Handwerksbetrieben Beschäftigten und der Meisterinnen und Meister. Der Minister erinnerte daran, dass gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Zukunft noch wesentlich mehr, auch für lernschwache Jugendliche, getan werden muss. Schule gestaltet Zukunft und es muss neben Wissen vor allem Kompetenzen vermittelt werden. Der Wert der deutschen dualen Berufsausbildung für die ökonomische Entwicklung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Den Stellenwert der Akteure im System der beruflichen Ausbildung seitens der Staatsregierung im Freistaat ist auch daran erkennbar, dass die Grundgedanken für die Zukunft des Landesausschusses für Berufsbildung, welche dieser unter dem Titel „Mut zu Veränderungen“ zusammengefasst hatte, Eingang in die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und SPD gefunden hat. Der Staatsminister erinnerte in seinem sehr freundlich aufgenommenen Vortrag aber auch daran, dass von allen Partnern Haltung zu grundsätzlichen Herausforderungen erwartet werden muss. „Wir brauchen in Sachsen ein Klima, in dem alle Menschen angstfrei leben können. Gerade in den vergangenen Wochen haben wir das wieder sehr deutlich gemerkt. Alle positiven Anstrengungen werden durch Fremdenfeindlichkeit konterkariert.“

Rede Staatsminsiter Martin Dulig

DGB SWS

Danach wurden in zahlreichen Fachvorträgen die Chancen und Risiken für die berufliche Ausbildung thematisiert und praktische Beispiele für Projekte vorgestellt. Hendrik Voß erläuterte Fachkräftestrategien des Handwerks aus Sicht des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks e.V., Matthias Anbuhl stellte die grundsätzliche Strategie für den DGB-Bundesvorstand vor, der Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums „Sieben“ der Stadt Leipzig stellte die Arbeitskreise Schule-Wirtschaft vor, Steffen Reichelt und Andreas Wenig konnten ein Berufsorientierungsprojekt „Die Stadt als Spielfeld“ aus Leipzig vorstellen und Karla Seifert hielt einen kurzen Vortrag über ihre Arbeit mit jungen Menschen als Unternehmerin eines Bäckereifachbetriebes in Leukersdorf, einem Handwerksbetrieb aus dem Erzgebirge in fünfter Generation. Der stellv. Vorsitzende des Landesausschusses für Berufsbildung, Karl-Heinz Herforth (HWK Dresden) stellte die Entstehung und den Inhalt des Papiers: „Mut zu Veränderungen“ des LAB Sachsen zur Zukunft der dualen Ausbildung vor, welches bereits der Minister erwähnt hatte. Zu diesen inhaltlichen Vorstellungen des Landesausschusses für Berufsbildung findet im kommenden Monat eine Sondersitzung mit Staatsminister Dulig statt.

In der abschließenden Diskussionsrunde des Fachtages vertrat DGB-Regionsgeschäftsführer Ralf Hron die Position des DGB Sachsen zu einigen ausgewählten Problemen der dualen Ausbildung. Im Gespräch mit dem Handwerks-kammerpräsidenten Dietmar Mothes wurde zwischen Handwerk und DGB die gemeinsame Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung und die Zukunftschancen für die Beschäftigten betont.

Der Fachtag, das wurde in den Diskussionen sehr deutlich, wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und den Diskutanten als sehr erfolgreich bewertet.

Ralf und Martin vor der VA

Glückwünsche zum Geburtstag von Ralf Hron an Martin Dulig. DGB SWS


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