Deutscher Gewerkschaftsbund

07.03.2019
Nürnberg

Verleihung Buber-Rosenzweig-Medaille an das NDC

Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. erhält hohe Auszeichnung der Gesellschaften für Christlich Jüdische Zusammenarbeit

Verleihung Buber-Rosenzweig-Medaille

Verleihung Buber-Rosenzweig-Medaille DGB SWS

Am 10. März 2019 wurde dem Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. (NDC) die Buber-Rosenzweig-Medaille verliehen als Auszeichnung für die jahrelange Arbeit der freiwillig engagierten und hauptamtlichen Mitarbeiter_innen, die sich für mehr Zivilcourage und ein demokratisches Miteinander in unserer Gesellschaft einsetzen.

Das NDC ist ein in zwölf Bundesländern sowie in Frankreich und Österreich agierendes Netzwerk, in dem sich junge Menschen freiwillig für eine demokratische Kultur und gegen menschenverachtendes Denken engagieren. Bundesweit bildet das NDC freiwillig engagierte Menschen als Teamer_innen aus und führt an Schulen und Bildungseinrichtungen Projekttage und Seminare durch zu Themen wie Vorurteile, Diskriminierung, Rassismus, Flucht und Asyl sowie Antisemitismus. Ziel der jeweiligen Projekttage ist es, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu mehr Zivilcourage und demokratischem Handeln zu ermutigen. Die Idee zu dem Netzerk ging von Sachsen aus und wurde von den Arbeiterjugendverbänden, u.a. der DGB Jugend Sachsen, gemeinsam mit engagierten Jugendlichen entwickelt, ausprobiert und später in die Republik getragen.

 

Verleihung Buber-Rosenzweig-Medaille

Verleihung Buber-Rosenzweig-Medaille DGB SWS

Das Netzwerk spricht in seinen Dankesworten von einer hohen Auszeichnung des Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die als inspirierende Anerkennung für die sich seit zwanzig Jahren engagierenden Menschen verstanden wird. Das sind freiwillig engagierte Teamer_innen und Trainer_innen, die Mitreiter_innen in den Ländernetzwerken und die sie tragenden Organisationen. Insgesamt haben bisher ca. 4.300 Personen direkt mitgearbeitet und es wurden bisher 480.000 junge Leute mit dem Projekt erreicht.

Das Netzwerk startete mit den Projekttagen als kleines Projekt, als Idee im Jahre 1999. Schon damals trieb die Beteiligten die Sorge um unser gesellschaftliches Zusammenleben um und an. Menschen wurden abgewertet, Judenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, auch Sexismus und nackter Rassismus waren Realität. Damals wurde vor der erstarkenden NPD und der damit einhergehende immer stärkere Polarisierung gewarnt. Heute befindet sich die Demokratie offenkundig im Stresstest. Mit nationalistischen und populistischen Parolen werden ständig viele Leute aufgehetzt und die ständige Polarisierung führt auch zu realer Gewalt auf der Strasse und gegenüber Schwächeren.

Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird seit 1986 durch den Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit verliehen. Die Medaille wurde am 10. März 2019 im Opernhaus in Nürnberg sowohl der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V) als auch dem NDC im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit unter dem Motto „Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindlichkeit“ überreicht.

Die drei bisherigen Bundesvorsitzenden des NDC in zeitlicher Reihenfolge . Iris Kloppich, Martin Dulig, Ralf Hron.

Die drei bisherigen Bundesvorsitzenden des NDC in zeitlicher Reihenfolge . Iris Kloppich, Martin Dulig, Ralf Hron. Hron

Ralf Hron, Vorstandsvorsitzender des NDC e.v.:  „Uns treibt - seitdem wir als kleines Projekt, als Idee im Jahre 1999 starteten - die Sorge um unser gesellschaftliches Zusammenleben an. Wir wissen: dort wo Menschen abgewertet werden, sind Judenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, auch Sexismus und nackter Rassismus nicht mehr weit. Die beste Anerkennung für das Engagement all der am Netzwerk beteiligten jungen Leute wäre es, wenn ihre Sorgen um die Gesellschaft ernst genommen werden würde. Wenn vor zwanzig Jahren unsere Warnungen vor der damals erstarkenden NPD und die damit einhergehende immer stärkere Polarisierung wirklich gehört worden wären, hätten wir viele der heutigen demokratischen Akzeptanzprobleme nicht. Jetzt befindet sich die Demokratie offenkundig im Stresstest.“

Susann Rüthrich

Susann Rüthrich, stellv. Vorstandsvorsitzende NDC e.V. DGB SWS

Susann Rüthrich, stellv. Vorstandsvorsitzende NDC: „Wir begreifen die hohe Auszeichnung des Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit als inspirierende Anerkennung für die sich seit zwanzig Jahren engagierenden Menschen: freiwillig engagierte Teamer_innen und Trainer_innen, die Mitreiter_innen in den Ländernetzwerken und die sie tragenden Organisationen. Insgesamt haben bisher ca. 4.300 Personen direkt mitgearbeitet und wir haben mehr als 480.000 junge Leute mit dem Projekt erreicht. Es bleibt aber weiter viel zu tun. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und die mit dem Rassismus einhergehende Abwertungen drohen viel zu oft schreckliche Normalität zu werden.“


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