Deutscher Gewerkschaftsbund

14.09.2020
Chemnitzer Oberbürgermeisterwahl

Chemnitz: Kulturhauptstadt für alle?

Die Stadt hat sich um den Titel der Kulturhauptstadt beworben. Aber ist sie auch offen für andere Kulturen? Zum "Antirassistischen Wahlforum" am 13. September im Stadthallenpark wurden dazu die Kandidat:innen zur Chemnitzer OB-Wahl befragt. Es diskutierten Susanne Schaper (Die Linke), Volkmar Zschocke (Grüne), Lars Fassmann (parteilos) und Paul Vogel (Die Partei).

Das Thema ist Dynamit, wenn man sich an die Ereignisse um Großdemonstrationen von Rechten und denen, die nicht so genannt werden wollen, erinnert. Diese Ereignisse liegen ja nur unweit zurück. Fassmann beispielsweise möchte Integration fördern. Und zwar durch einfachere Zugänge in Arbeit. Offenbar seien die Hürden für Zugezogene da noch zu hoch. Für Schaper hingegen ist das Thema Pflege von enormer Bedeutung: So müsse man in diesem Bereich sensibler für andere Kulturen werden. In Summe müsse Chemnitz zum "sicheren Hafen" für Geflüchtete werden, da ist man sich auf dem Podium einig.

Menschen müssen sich in Chemnitz auch interkulturell begegnen können. Ist die Stadt reif dafür?

Noch immer gebe es in der Stadt "NoGo-Areas für Geflüchtete", was auch dem Grünen, Zschocke, nicht gerade positiv auffällt. Deswegen lautet die Frage: "Was tun gegen Vorurteile? Wie kann Chemnitz zu mehr Toleranz und Weltoffenheit kommen?". Auch Rassismus bei der Bewerbung um einen Job scheint keine Seltenheit zu sein. Die Antworten: "Vertrauen schaffen. Perspektiven eröffnen. Migrationsarbeit in Jugendarbeit integrieren und "Kultur-Schulungen" anbieten. Menschen müssen sich in Chemnitz auch interkulturell begegnen können. Ist die Stadt reif dafür?

Sind es nicht eben die guten und geregelten Arbeitsverhältnisse, die unsere Stadt so lebenswert machen?

"Die Stadt hat mehr Potenzial, als sie sich vielleicht manchmal zutraut!", so Ralf Hron (Geschäftsführer DGB Südwestsachsen). "Hier werden die Werte hergestellt, die in Leipzig gehandelt und in Dresden verwaltet werden. Die Menschen können stolz sein auf das, was sie geschaffen haben!". Ebenso sind die Beschäftigten in Chemnitz eine Macht. Die Arbeiterstadt lebt von ihren zahlreichen Arbeitern. Der nächste Oberbürgermeister/die nächste Oberbürgermeisterin wäre deshalb gut beraten, sich an deren Interessen zu orientieren. Und wenn damit Lohndumping vermieden werden kann, macht vielleicht auch die eine oder andere "Hürde" im Bewerbungsverfahren dann manchmal Sinn. Sind es nicht eben die guten und geregelten Arbeitsverhältnisse, die unsere Stadt so lebenswert machen?", fragt der Gewerkschafter.

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