Deutscher Gewerkschaftsbund

02.02.2022
DGB-SV Chemnitz

Digitalkonferenz zur Fachkräftesicherung in der Transformation

IMU-Institut, IG Metall und DGB diskutieren mit Wirtschafts- und Arbeitsminister

Staatsminister Dulig am 1.2.2022 Digitalkonferenz Chemnitz

Staatsminister Dulig am 1.2.2022 Digitalkonferenz Chemnitz SMWA Pressestelle

Am 1. Februar 2022 fand eine digitale Konferenz zu Gute Arbeit zur Fachkräftesicherung in der Transformation vom IMU-Institut, IG Metall und DGB Südwestsachsen statt. Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr erinnerte in seinem Impuls an die extrem breit angelegten Herausforderungen der industriellen Transformation für die Region und den Wirtschaftsraum Chemnitz. Mit der ursprünglich natürlich in Präsenz konzipierten Tagung in Chemnitz zogen die Gewerkschaften mit Arbeitsmarktpartnern der regionalen Fachkräfteallianz gleichzeitig ein Resümee ihres laufenden Projektes. Aus diesem Grund skizzierte eingangs Sören Uhle von der Chemnitzer Wirtschaftsförderung (CWE) die regionalen Entwicklungen der Fachkräftefrage und beschrieb damit in konkreten Zahlen, welche gewaltigen Aufgaben für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung auf uns warten.

„Chemnitz kann dabei keine Insel sein, sonst würde sie zu sehr aufs Meer hinaustreiben.“ Die CWE beschrieb ausführlich unterschiedliche Ansätze der Partner der regionalen Fachkräfteallianz Chemnitz, auch heftige Diskussionsprozesse, aber den großen Willen, gemeinsam über den Tellerrand zu denken. Er dankte den Gewerkschaften für die Mitarbeit und findet insbesondere die betrieblichen Erfahrungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehr lehrreich für die Diskussionsprozesse. Die Kooperationsnotwendigkeiten für und mit der gesamten Region wurden dann auch auf der Tagung von vielen Beteiligten herausgestellt. Auch die Geschäftsführerin der Arbeitsdirektion Chemnitz, Angelika Hugel, forderte eine weitere Verstärkung der im Kern sehr guten Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher Partner in Chemnitz. Nach dem sie den aktuellen Arbeitsmarkt und die Trends der Arbeitsplatz- und Fachkräftesuche beschrieben hat, dankte auch sie den Gewerkschaften für die konstruktive Zusammenarbeit für unsere Region.

Es gab eine sehr spannende Diskussion mit den im Netz versammelten betrieblichen Interessenvertretern und Gewerkschaftern. Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Chemnitz, Mario John, erläuterte konkrete Erfahrungen der Industriegewerkschaft im Prozess der Transformation und bekräftigte den Anspruch seiner Gewerkschaft „Wir gestalten unsere Zukunft selbst“. Wir müssen und werden dafür sorgen, dass die notwendigen und anerkannten Veränderungsprozesse mit den Beschäftigten und für die Zukunft der Region ablaufen. Mehrere Betriebsräte beschrieben in ihren Arbeitszusammenhängen, wie die „kleinen Schritte der Veränderung immer größer werden“. Dabei wurde sowohl an die Chancen wie auch an die Risiken erinnert. Zum Beispiel die Entgrenzung der Arbeit, die Verdichtung von Arbeitsprozessen und die Anforderungen an ständige Veränderungs-bereitschaft. Es wurde daran erinnert, dass „die unseren Betrieb groß gemacht haben, wollen wir auch in die Zukunft mitnehmen. Und das obwohl ständige Änderungen zur neuen Normalität werden“.

Die notwendigen Weiterbildungsprozesse, die Qualifikationen müssen weit über die unmittelbare Produktion eines Einzelbetriebes und sogar über die Wertschöpfungskette betrachtet werden. Veränderung braucht Sicherheit, Unterstützung, Flankierung und vor allem benötigen wir Investitionen. Die Diskutanten stellten gemeinsam mit Staatsminister Dulig fest, dass wir nun von Überschriften zu konkreten Unterstützungen und Investitionen kommen müssen. Martin Dulig hatte in seinem Impuls auch etliche Schattenseiten und besondere Probleme Ostdeutschlands beschrieben. Zum Beispiel die Frage der verlängerten Werkbänke und das damit natürlich wichtige Zukunftsentscheidungen nicht in Chemnitz, sondern in München oder anderswo getroffen werden.

Der Minister dankte ausführlich dem IMU-Institut, der IG Metall und den Gewerkschaften für ihre Arbeit in den regionalen Fachkräfteallianzen, ihre Projektansätze und der Chemnitzer Fachkräfteallianz im speziellen für ihre kooperative Weitsicht. Diese neu erlernte Kultur der Zusammenarbeit, auch unterschiedlicher Partner, war die Voraussetzung für die jetzt von ihm sehr hoch eingeschätzte Konsortialpartnerschaft ITAS, in welcher sich mit dem Transformationsprozess der Automobilindustrie in den kommenden Jahren beschäftigt wird. Dass diese, nicht unwesentliche Investition, aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums geholt wurde, ist vor allem der Beharrlichkeit der IG Metall und den Gewerkschaften mit der IHK, dem AMZ, der Arbeitsverwaltung, sowie der CWE, zu verdanken. Darin sieht er gleichzeitig ein Zeichen, wie überregionale Zusammenarbeit zwischen den Partnern für die wirtschaftliche Zukunft aussehen kann.

Die sehr wertschätzende und spannende inhaltliche Diskussion der digitalen Tagung ist, aus Sicht der Gewerkschaften, gleichzeitig auch Ausdruck des erfolgreichen Prozesses in den Netzwerkprojekten der Region Südwestsachsen. Der DGB zog eine positive Bilanz der Tagung im der Zusammenfassung von Regionsgeschäftsführer Ralf Hron.


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