Deutscher Gewerkschaftsbund

26.01.2015

Statements zum Aufruf, unserem Anliegen und der Kundgebung

Die Niners mit einem Transparent auf dem steht: 33% Ausländeranteil und stolz darauf!

NINERS Chemnitz

Seit 23. Januar wird nun von einem breiten Bündnis für die gemeinsame Kundgebung "Chemnitz ist weltoffen: Gesicht zeigen für unsere Stadt!" mobilisiert. Damit sie sich ein Bild von unserem Bündnis machen können, werden wir in diesem Arktikel immer wieder Statements einzelner Akteure veröffentlichen.

Hier zuerst eine Erklärung der NINERS Chemnitz im Zusammenhang mit ihrer Aktion 33% Ausländeranteil und stolz darauf!:

NINERS CHEMNITZ – weltoffen, tolerant und multikulturell

Mit über 400 Mitgliedern sind wir, die NINERS CHEMNITZ, Sachsens größtes Basketballprogramm und gehen als einziger Verein des Freistaates in der 2. Bundesliga auf Korbjagd. Rund 2.000 Zuschauer pro Heimspiel beweisen, dass die ursprünglich aus den USA stammende Sportart in unserer Region mittlerweile fest verwurzelt ist und breite Akzeptanz findet. Eines der prägendsten Merkmale des Basketballs im Allgemeinen und der NINERS im Speziellen sind seit jeher die vielen ausländischen Akteure, welche hier um Punkte, Rebounds und Erfolge kämpfen. So trugen seit unserer Vereinsgründung im Jahre 1999 bereits mehr als 120 Spieler aus 25 verschiedenen Ländern von allen sechs Kontinenten das Chemnitzer Trikot. Im aktuellen Kader des Zweitligateams stehen abermals fünf ausländische Basketballer. Zusätzlich haben ein Drittel der deutschen Spieler einen Migrationshintergrund. Unsere Teamsprache ist Englisch. Religionszugehörigkeiten, kulturelle Traditionen und persönliche Einstellungen sind so unterschiedlich wie man sie sich nur vorstellen kann – und gerade darin sehen wir unsere größte Stärke! Bei unserer täglichen Arbeit müssen wir die Herausforderungen interkultureller Kommunikation und gelebter Integration bewältigen. Gleichzeitig wollen wir unseren Nachwuchsspielern, Zuschauern, Partnern und allen Freunden der wunderschönen Sportart Basketball zeigen, dass Weltoffenheit, Toleranz sowie zwischenmenschlicher Austausch für jeden möglich ist und zu viel Gutem führen kann. Unser Teamgedanke kennt keine Nationalitäten, keine Hautfarben und keine Religionen. Deshalb unterstützen wir, die gesamte NINERS-Familie, aus tiefster Überzeugung die Initiative „Chemnitz ist weltoffen“ und rufen alle Bürger unserer Stadt auf, an der gleichnamigen Kundgebung am 9. Februar 2015, um 17:00 Uhr, auf der Brückenstraße teilzunehmen.

Rayk Lorz, Geschäftsführer NINERS CHEMNITZ

Matthias Pattloch, Pressesprecher NINERS CHEMNITZ



Barbara Ludwig(Oberbürgermeisterin Stadt Chemnitz)
„Ich unterstütze den Aufruf, weil ich mir eine offene Stadt wünsche. Offen für Entwicklung, offen für Ideen und offen für Menschen. Ich möchte, dass jeder ohne Angst hierher kommen kann. Für Chemnitz, eine Stadt der Industrie und des Handwerks, ist Zuwanderung wichtig. Das hat uns zur Großstadt gemacht. Und davon profitieren wir auch in Zukunft.“

Stephan Brenner (Pfarrer, Ev.-Luth. Kirchenbezirk Chemnitz)
„Den Text des Aufrufes finde ich wegen seiner positiven Ausstrahlung sehr gut. Er verzichtet auf pauschale Klischees und Schuldzuweisungen gegenüber anderen und stellt dafür das in den Vordergrund, wofür protestiert werden soll. Immerhin steckt ja in dem Wort "Protest" das Wörtchen ’Pro‘. Und das heißt bekanntlich ‚für‘ und nicht ‚gegen‘. Auf der anderen Seite befürworte ich es auch, dass Haltungen und Praktiken, für die keineswegs eingestanden wird,nicht verschwiegen werden (‚Ängste ausnutzen‘, ‚Rassismus schüren‘).“

Frank Müller (Vorstandsvorsitzender--Kreatives Chemnitz, Branchenverband der Kultur- und Kreativwirtschaft)
„Für die Zukunftssorgen der Menschen oder Ihre Unzufriedenheit mit der Politik hält die Demokratie in Deutschland glücklicherweise viele Möglichkeiten des Dialogs bereit. Deshalb jedoch wie geplant unter der Überschrift von Abgrenzung und Fremdenfeindlichkeit auf die Straße zu gehen, darf nicht toleriert werden und schadet dem Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Kreativwirtschaft in Chemnitz und Sachsen wird geprägt durch internationale Akteure und einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen ihnen. Deshalb ist es wichtig, dass wir am 9. Februar Gesicht zeigen für ein weltoffenes Chemnitz!“

Achim Dresler (Sächsisches Industriemuseum Chemnitz, Sammlungsleiter)
„Ich lebe seit 24 Jahren in Chemnitz. Die Stadt wurde nur groß durch den Austausch von Ideen, durch Kommen und Gehen von Menschen. Ein Erfolgsrezept, das Weltoffenheit und Toleranz fordert. Angst und Ressentiments sind keine Helfer und führen zu Stillstand und größeren Übeln.“

Nancy Gibson (Leiterin Städtische Musikschule Chemnitz)
Viele Menschen in Deutschland behaupten heut zu Tage, dass die Idee der Multikulturalität gescheitert sei. Ich bin in einer Stadt aufgewachsen, in der seit vielen Jahrzehnten Menschen von über 100 Nationalitäten gleichberechtigt und friedlich miteinander leben. Wir sind hier in Chemnitz an einem Punkt an dem Toronto in den 1950er und 60er Jahren war, als ein großer Strom von Immigranten jenseits der ausgetretenen Europäischen Pfade nach Kanada floss. Das war die Grundlage für einen großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg Kanadas seit dem 2. Weltkrieg. Wir können das auch! Wir haben jetzt die Chance, die Umbrüche in der Welt und die Mobilität ihrer Bürger anzunehmen. Nutzen wir diese Chance!


Hans-Joachim Wunderlich (Hauptgeschäftsführer IHK Chemnitz)
"Der Ruf nach Weltoffenheit ist für uns eine Selbstverständlichkeit, weil Weltoffenheit die Grundlage für eine funktionierende Marktwirtschaft ist. Nur eine weltoffene Gesellschaft kann sichere und nachhaltige Arbeitsplätze schaffen!"

 

Stellungnahme des DGB Bezirks Sachsen zu Pegida
"Seit Oktober 2014 rufen Pegida und Ableger regelmäßig in Dresden und anderen Orten zu Demonstrationen auf. Außerhalb von Dresden ist die Beteiligung gering. Pegida hat (28.1.2015) 158.000 Unterstützer bei Facebook - aber zum gleichen Zeitpunkt hatten 435.000die Online-Petition gegen Pegida unterschrieben. Das zeigt sehr deutlich: Pegida ist nicht „das“ Volk. [...]" Den vollständigen Text finden Sie unten zum Download.

 

 


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Aufruf: Am Tag der Arbeit für eine weltoffenes Chemnitz einstehen!
Zum 1. Mai 2018 ruft der DGB in Chemnitz zur Teilnahme an der Demo gegen rechtes Gedankengut, für Weltoffenheit und Menschlichkeit unter dem Motto "Solidarität - Vielfalt - Gerechtigkeit" auf. Kundgebungsbeginn ist 10 Uhr am Neumarkt. Die Unterzeichner des Aufrufs begrüßen alle friedlichen und gewaltfreien Aktionen in Chemnitz. Wir setzen ein Zeichen für Weltoffenheit und Menschlichkeit. Unterstützt uns dabei! weiterlesen …
Artikel
Infolflyer zum III.Weg
Die militante Kleinstpartei „Der III. Weg“ wurde 2013 gegründet und organisiert einen Teil der Neonazi-Szene unter dem Parteienprivileg. Ihre Ziele sind demokratie- und menschenfeindlich und sie organisiert sich als Kaderpartei. Die Nichtanerkennung der aktuellen Grenzen Deutschlands und die Schaffung eines „deutschen Sozialismus“ als Ziel werden mit Aufmärschen und uniformiertem Auftreten propagiert. In Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch für demokratisches Engagement in Chemnitz Süd, Chemnitz nazifrei und weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft entstand der hier zum Download bereitstehende Aufklärungsflyer. weiterlesen …
Artikel
If The Kids Are United Against Racism
Am 04.11.2017 fand in der Aula der Westsächsischen Hochschule Zwickau, Scheffelstraße 39 die sechste Auflage des "If The Kids Are United Against Racism" statt. Veranstalter waren DGB und der Verein "Roter Baum e.V.". Das Programm zum sog. "Konzert- und Thementag" sah in diesem Jahr zwei Workshops, eine Diskussionsrunde und drei Bands vor. Das Motto lautete "RechtsPOPOlismus". weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten