Deutscher Gewerkschaftsbund

23.05.2014
Plauen

IG Metall verhandelt für MAN Beschäftigte

Solidarität: Vogtland braucht für eine Zukunft Beschäftigung in der Region

Am 23.5. zur Betriebsversammlung von MAN Plauen informieren die Betriebsräte und die IG Metall über die Verhandlungen mit dem Management.

Am 23.5. zur Betriebsversammlung von MAN Plauen informieren die Betriebsräte und die IG Metall über die Verhandlungen mit dem Management. Hron

Die Nachricht über die Einstellung der Produktion am MAN-Standort Plauen platzte in dieser Woche wie eine Bombe weit über das Vogtland hinaus. Die Beschäftigten und die Politik reagierten entsetzt. Am Freitag, den 23. Mai, fand um 8.30 Uhr vor dem Werk in Plauen eine Betriebsversammlung mit den Beschäftigten statt. Die IG Metall Zwickau und der Betriebsrat informierten über die Verhandlung mit dem Management des Unternehmens. Vor das Werktor geeilt waren aber auch Kolleginnen und Kollegen weiterer Betriebe aus der Region und etliche Politiker der demokratischen Parteien aus dem Landtag sowie der Region.

Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Stefan Kademann, skizzierte die Ausgangssituation nach der Ankündigung des MAN-Managements zur Verlagerung der Produktion der Reisebusse in die Türkei. Gemeinsames Ziel der Verhandlungen, die bereits am Mittwoch bis in die Nacht aufgenommen wurden, ist es, jedem Beschäftigten einen „sauberen und geordneten Weg“ zu Volkswagen zu ermöglichen. Über diese persönlichen Perspektiven soll aber auch der Standort für das Vogtland gesichert werden. Der Betriebsratsvorsitzende, Kollege Galle und sein Stellvertreter, Kollege Hilpert, informierten mit ihrer Gewerkschaft IG Metall ausführlich über den derzeitigen Sachstand der Verhandlungen und über erläuterten auch die nächsten Schritte.

MAN in Plauen.

MAN in Plauen. Hron



In den von den Beschäftigten sehr aufmerksam verfolgten Reden konnten die Gewerkschafter eindrücklich vermitteln, dass das Management von MAN und vom VW-Konzern, allen Beschäftigten eine Perspektive anbieten wird. Dies wurde natürlich erleichtert aufgenommen. Die Gewerkschaft hat aber auch eine Zusage zum Erhalt des Produktionsstandortes in Plauen erhalten. In den kommenden Tagen und Wochen wird es darum gehen, was im Vogtland nach der Busproduktion genau geschieht und wie der geordnete Übergang konkret aussieht.

Kollege Kademann zeigt sich ebenso erleichtert, dass allen Auszubildenden die Fortsetzung und der Abschluss ihrer Qualifikation garantiert werden soll. Er dankte allen Beteiligten und verwies darauf, dass nur durch das Zusammenhalten der Belegschaft untereinander mit ihrer Gewerkschaft diese Ergebnisse möglich sind. Eigentlich ist die Einstellung der Traditionsmarke Neoplan für die gesamte Region ein echtes Trauma. Und er erinnerte daran, dass es  in der kommenden Zeit noch eine große Wegstrecke der Verhandlungen zurückzulegen gilt. Kademann hofft auch, dass insbesondere das Management von MAN von der Kampfbereitschaft der Beschäftigten einiges gelernt hat. Es gilt auch in der Zukunft „sich nicht ins Boxhorn jagen zu lassen“ und „solidarisch beeinander zu stehen“.  Die Verhandlungen wurden bereits ab 10 Uhr mit zwei Personalvorständen im Plauener Werk fortgesetzt.

Der Betriebsratsvorsitzende des Speziallampenherstellers VOSLA GmbH Plauen, Kollege Rother, drückte stellvertretend für die Beschäftigten aus seinem und weiteren Unternehmen aus der Region den MAN-Kolleginnen und Kollegen seine Verbundenheit aus. Er erinnerte aber auch daran, „dass in vielen Betrieben der Region der Kampf um Arbeitsplätze nur durch Zusammenhalt gewonnen werden kann“. DGB-Regionsgeschäftsführer Ralf Hron übermittelte herzliche Grüße aus allen Gewerkschaften des DGB-Bezirkes Sachsen. Hron begrüßte die umfänglichen Verhandlungen der IG Metall für die Sicherung der Beschäftigung und die regionale Entwicklung. Von der der Staatsregierung forderte er, „nicht nur an Autobahnen Eierschecken zu verteilen, sondern sich kontinuierlich und nicht nur in Wahlkämpfen um Regionalpolitik und Beschäftigung zu kümmern.“ Der Oberbürgermeister von Plauen, Ralf Oberdorfer, überbrachte seinerseits Grüße an die Versammelten und betonte die Bedeutung des MAN-Werkes für die regionale Wirtschaft.

Die Kolleginnen und Kollegen verfolgten hochkonzentriert und kampfbereit die Ausführungen während der Betriebsversammlung. Da sie nun die Erfahrung machten mussten, dass bereits erteilte Standortzusagen von MAN nicht eingehalten werden, gilt es sehr wachsam zu sein. Und die Reihen in der Auseinandersetzung bewusst geschlossen zu halten. „Die Region braucht Zukunft und die Beschäftigten persönliche Sicherheit“, daran ließen die Kolleginnen und Kollegen in Plauen keinen Zweifel.

Der Betriebsratsvorsitzende von MAN Plauen Koll. Galle informiert über die Verhandlungen und lobt die große Solidarität untereinander.

Der Betriebsratsvorsitzende von MAN Plauen Koll. Galle informiert über die Verhandlungen und lobt die große Solidarität untereinander. Hron

Im MAN Werk Plauen werden NEOPLAN Busse gefertigt.

Im MAN Werk Plauen werden NEOPLAN Busse gefertigt. Hron


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