Deutscher Gewerkschaftsbund

19.04.2016
DGB KV Mittelsachsen

Mindestlohn - Gewerkschaften ziehen Bilanz

Erster Arbeitnehmerempfang kommt zu positivem Ergebnis

Markus Schlimbach

Markus Schlimbach DGB SWS/me

Freiberg. Rund 30 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben am Montag, dem 18.04.2016 rege diskutiert. Was hat uns der Mindestlohn gebracht? Was ist aus den Hiobsbotschaften von steigender Arbeitslosigkeit und überbordenden Preisen geworden? Die Antworten fielen überraschend positiv aus. Mehr als ein Jahr nach Einführung der Lohnuntergrenze profitieren in Mittelsachsen tausende Arbeitnehmer von der Mindestlohneinführung. Und trotzdem bleibt noch viel zu tun. Die Medaille hat wie so oft zwei Seiten. Zwar kann einerseits gesagt werden, dass sich die meisten Firmen an Recht und Gesetz halten und mindestens 8,50 € pro Stunde zahlen. Leider muss aber ebenso konstatiert werden, dass es einen großen Nachholebedarf an Kontrollen gibt. Deutlich zeigt sich nun, dass beim Personal der entsprechenden Behörden aufgestockt werden muss.

Podium

Podium DGB SWS/me

Markus Schlimbach, stellvertretender Vorsitzender des DGB Bezirk Sachsen lieferte dazu zahlreiche Daten. So kann zum Beispiel immer noch in den Bereichen Garten- und Landschaftsbau, sowie Landwirtschaft und Leiharbeit von 8,50 € nach unten abgewichen werden. Und auch Trickserein sind immer wieder zu finden. So mancher Gastronom versucht Trinkgelder auf das Gehalt anzurechnen und nicht selten werden Mitarbeiter zu unbezahlten Überstunden "angehalten". Dass dies nicht die Regel ist, darüber war man sich beim ersten Arbeitnehmerempfang in Mittelsachsen einig. Deshalb wurden vor allem die positiven Effekte der Lohnuntergrenze betohnt. Steigerung der Kaufkraft, Stabilisierung der Binnenwirtschaft und Schutz vor "Schmutzkonkurrenz" sind nur einige Beispiele. Am Ende ist den Gewerkschaften jedoch eines besonders wichtig: Gute Arbeit heißt Arbeit nach Tarifvertrag. Daran gibt es nichts zu rütteln. Und so wird auch in Zukunft Schwerpunkt der Arbeitnehmervertreter sein, Tarifverträge zu stärken und die Rechte der Beschäftigten zu verteidigen.


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Friedenstag 2018 Chemnitz
Am Chemnitzer Friedenstag begeht die Stadt immer am 5. März den Gedenktag an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer setzen sich für Gerechtigkeit und Völkerverständigung ein und erheben ihre Stimme gegen Krieg, Unrecht, Rassismus und Gewalt. Der DGB und die Mitglieder der Gewerkschaften beteiligen sich seit Jahren an der Gestaltung des Tages. Der DGB Stadtverband ruft auch 2018 zur Beteiligung an einigen Veranstaltungen auf. weiterlesen …
Artikel
NGG erwartet Umsteuern am Arbeitsmarkt
Für die rund 543.000 Beschäftigten in Südwestsachsen, (Landkreis Mittelsachsen, Vogtland, Erzgebirge, Zwickau und der Stadt Chemnitz) hängt viel davon ab, wie die politischen Weichen in Berlin gestellt werden: Wie viel ist künftig in der Lohntüte? Wird Arbeiten in der Nacht oder am Wochenende zur Normalität? Was passiert mit der Rente? Mit Blick auf eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) jetzt eine „Arbeits- und Sozial-Agenda“ gefordert. Die NGG Dresden-Chemnitz richtet einen eindringlichen Appell an die heimischen Bundestagsabgeordneten. weiterlesen …
Artikel
Stefan Kademann in Meerane verabschiedet
Am 9.3.2018 hat die IG Metall mit Stefan Kademann in Meerane einen Gewerkschafter in den Ruhestand verabschiedet, der die Region Südwestsachsen entscheidend mitgeprägt hat. Die Gastredner der IG Metall Zwickau würdigten Stefan für sein außergewöhnlich hohes Engagement. Der Erste Vorsitzende der IG Metall Jörg Hofmann erinnerte daran, dass bei Stefan Kademann "Reden und Herz übereinstimmen". Eine wunderbare Charaktereigenschaft, die ihn für viele Menschen zu einem sehr geachteten Gesprächspartner machten. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten