Deutscher Gewerkschaftsbund

17.03.2018
DGB Stadtverband Chemnitz und IG BCE

Equal Pay Day 2018

Öffentliche Aktion am Roten Turm in Chemnitz

Aktion zum Equal Pay Day in Chemnitz

Aktion zum Equal Pay Day in Chemnitz DGB SWS

Gemeinsam haben Gewerkschafterinnen mit der städtischen Gleichstellungsstelle und anderen regionalen Frauenvereinen am 16.03.2018 in Chemnitz eine öffentliche Aktion am Roten Turm zum Equal Pay Day durchgeführt. Mit der Aktion machen die Frauen vom DGB Südwestsachsen auf die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Während der Aktionen verteilten die Gewerkschafterinnen nicht nur die „Skandalblätter“ des DGB mit vielen wertvollen Hinweisen, auch mit Informations-Flyer, Luftballons und kleinen Leckereien wollen sie auf den Tag und die immer noch bestehenden Ungerechtigkeiten im Entgelt aufmerksam machen.

In Sachsen ist die Entgeltlücke, so wie in anderen ostdeutschen Ländern auch, deutlich geringer als in den westlichen Bundesländern. Sie beträgt ca. 7 Prozent. Im produzierenden Gewerbe liegt der Durchschnittsverdienst 15 Prozent und im Dienstleistungsbereich ca. 6 Prozent niedriger als bei den Männern. Die Gründe für die niedrigere Entgeltlücke in Sachsen sind im Wesentlichen, dass hier viele Frauen im öffentlichen Dienst mit höherer Tarifbindung arbeiten, in der freien Wirtschaft schwächere Tarifbindungen und dadurch geringere Gehälter typisch sind, es keine Großkonzerne mit höheren Gehältern und Spitzengehältern in den Toppositionen gibt und mehr Frauen in Führungsfunktionen in mittleren und kleinen Unternehmen tätig sind. Dazu kommt, dass junge Eltern in Sachsen den Berufseinstieg nach Familienphase schneller realisieren.

Außerdem sind viele Frauen in Teilzeit beschäftigt, wo ebenfalls niedrige Löhne üblich sind. „Dort, wo Gewerkschaften aktiv und Betriebsräte vorhanden sind, ist die Entgeltlücke nachweislich geringer. Tarifverträge und Betriebsräte schützen vor Diskriminierung!“, sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Anne Neuendorf. „Wir brauchen ein Lohngerechtigkeitsgesetz, das verbindliche Vorgaben für alle Betriebe macht. Eine gesetzliche Regelung muss mehr beinhalten als einen individuellen Auskunftsanspruch. Dieses gegenwärtige Instrument ist viel zu schwach, auch weil es nur für Betriebe mit mehr als 200 Beschäftigten gilt.“ erklärt Anne Neuendorf.

Equal Pay Day 2018

Equal Pay Day 2018 DGB SWS

Bei einer DGB-Aktion am Brandenburger Tor zum Eqal Pay Day sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann am Freitag in Berlin: „Noch immer klafft eine riesige Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Das ist im 21. Jahrhundert und in einem der reichsten Länder der Welt ein Skandal. Die neue Bundesregierung muss endlich handeln. Um im Betrieb das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ durchzusetzen, gilt es das Entgelttransparenzgesetz zu verbessern. In dieses Gesetz gehören klare Vorgaben, die Unternehmen verbindlich verpflichten zu prüfen, ob es bei ihnen eine Entgeltlücke gibt. Vergangenes Jahr haben die Arbeitgeber solche verbindlichen Regeln verhindert – jetzt müssen sie kommen!

Ganz oben auf die politische Agenda der neuen Regierung gehört auch der Rechtsanspruch auf Rückkehr aus Teilzeit bzw. auf befristete Teilzeit, der inzwischen zum zweiten Mal im Koalitionsvertrag steht. Damit kommen wir der Entgeltgleichheit ein gutes Stück näher – denn die Arbeitszeitlücke zwischen Männern und Frauen ist eine wichtige Ursache für die Entgeltlücke. Wichtig ist auch, dass Pflege- und Sozialberufe besser bezahlt werden, so wie es im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. Auch das schmälert die Entgeltlücke, denn es sind vor allem Frauen, die in diesen Branchen arbeiten.“

Hintergrund:

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt.

Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage und das Datum des diesjährigen Equal Pay Days am 18.03.2018. 


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Die meisten europäischen Länder machen bereits gute Erfahrungen mit gesetzlichen Mindestlöhnen. In Deutschland blockieren die Entscheidungsträger Existenz sichernde Löhne für alle Beschäftigten. Dabei arbeiten immer mehr Menschen zu Niedriglöhnen. Zur Seite: www.mindestlohn.de