Deutscher Gewerkschaftsbund

28.09.2018
Chemnitz

Pflegenotstandsland Deutschland?

Gemeinsame Veranstaltung DGB-Seniorenkoordinierungskreis und DGB-Bezirk

Pflegenotstand in Deutschland? Veranstaltung am 25.9.2018 in Chemnitz

Pflegenotstand in Deutschland? Veranstaltung am 25.9.2018 in Chemnitz DGB SWS

Am 25.09.2018 fand in Chemnitz eine gemeinsame Veranstaltung des DGB-Seniorenkoordinierungskreises und des DGB-Bezirkes Sachsen unter dem Titel „Pflegenotstandsland Deutschland?“ statt. In die Veranstaltung führten ein der DGB-Bezirksvorsitzende Markus Schlimbach und der Vertreter der Senioren, Günter Ihme. Beide gingen auf die spezifische Situation in Sachsen vor dem Hintergrund der politischen Debatte um die Pflegesicherung ein. Es geht um die Frage, wie die Situation der Patienten und der Pflegerinnen und Pfleger sowie deren Familien nachhaltig verbessert werden kann. Ein Impulsreferat hielt der Referatsleiter Gesundheitspolitik, Pflegeversicherung vom DGB-Bundesvorstand, Marco Frank. Er sprach über die Vereinbarungen zur Pflege im Koalitionsvertrag der großen Koalition. Während seines Vortrages erläuterte Marco Frank die politische Situation und die Anforderungen des DGB. Einen Erfahrungsbericht und die Einschätzung der bisher getroffenen Vereinbarungen lieferte Bettina Mandaus, Betriebsratsvorsitzende Südharz-Klinikum Nordhausen und Landesvorsitzende von ver.di Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sie schilderte sehr eindringlich die Arbeitsbedingungen in der Pflege und die Auswirkungen auf die Betroffenen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit dem Publikum nahmen MdL Dagmar Neukirch (SPD) und MdL Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen) eine Einschätzung ihrer jeweiligen Parteien zu der Frage, welche konkreten Verbesserungen vom Bundesland Sachsen ausgehen können oder könnten. Bei der vom DGB-Regionsgeschäftsführer Ralf Hron moderierten Diskussion schilderten die Teilnehmer ihre Erfahrungen und Eindrücke zur Pflegesituation. Zur Sprache kamen: der Pflegebedürftigkeitsbegriff, das Verhältnis von Krankenpflege und Altenpflege, Möglichkeiten zur Regelung des öffentlichen Interesses im Rahmen des Arbeitnehmerentsendegesetz, dem DGB-Vorschlag für eine Pflegebürgervollversicherung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, praktische Umsetzung der Kostenerstattungen, Fallpauschalen für die Krankenhäuser und natürlich die Entlohnung der Beschäftigten. Deutlich wurde, dass die Sicherung der Pflege eine Angelegenheit für alle Altersklassen ist. In der Tat sind hier politisch riesige Probleme zu klären und nicht zuletzt die Fachkräftefrage wird über die Zukunft der realen Pflegesituation entscheiden.

Pflege 25.9.2018; Chemnitz

Pflege 25.9.2018; Chemnitz DGB SWS


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