Deutscher Gewerkschaftsbund

03.05.2017
ver.di

Pflegeheimbetreiber lehnt Tarifverhandlungen ab

Pflegende demonstrierten am 2. Mai für faire Bezahlung

2. Mai 2017 Chemnitz.

2. Mai 2017 Chemnitz. DGB SWS/ver.di

Beschäftigte der Heim gemeinnützige GmbH demonstrierten am 2. 5. 2017 vor dem Chemnitzer Rathaus für einen Tarifvertrag. Sie fordern unter anderem mehr Geld für ihre aufopferungsvolle Arbeit mit den meist schwer pflegebedürftigen Menschen. Die Heim gGmbH, ein Unternehmen im Klinikum Chemnitz Konzern lehnte nach mehrmaliger Aufforderung Tarifgespräche aus fadenscheinigen Gründen ab. „Es hat uns wenig überrascht, dass man uns eine schwierige wirtschaftliche Situation präsentiert.“ sagt Andre Urmann, der zuständige Verhandlungsführer der Gewerkschaft ver.di. Derartige Klagen sei man im Zusammenhang mit Tarifverhandlungen gewöhnt, aber solche Verhandlungen einfach abzusagen, ist ein nicht hinnehmbarer Vorgang. Viele Beschäftigte sind empört und fühlen sich von der Unternehmensleitung verschaukelt.

ver.di demonstriert in Chemnitz am 2. Mai 2017

ver.di demonstriert in Chemnitz am 2. Mai 2017 DGB SWS/ver.di

Ein städtisches Pflegeunternehmen ohne Tarifvertrag ist wie Pflegen ohne Herz.

Unter dem Motto „Das verlorene Herz der Heim gGmbH - Wir wollen es zurück“ vertreten Sie ihren Anspruch auf einen Tarifvertrag nun öffentlich. Seit 2004 fehlt eine angemessene Tarifbindung. Ein Großteil der Fachkräfte verdient nach etlichen Jahren Berufserfahrung nicht einmal 2200 € brutto im Monat. Wer sich in der Heim gGmbH als Fachkraft bewirbt, muss sich bei Vollzeitbeschäftigung mit 1895 € im Monat zufrieden geben. Betreuungskräfte und Pflegehelfer sind von Niedriglöhnen betroffen. Viele können sich nur noch mit den Zuschlägen für Nacht- oder Feiertagsarbeit finanziell über Wasser halten. „Die wenigen Lohnsteigerungen in den vergangenen Jahren waren wie ein Tropfen auf den heißen Stein, einige Kollegen verlassen bereits die Heim gGmbH, es fehlt an einer fairen Einkommensperspektive“ sagt Isabel Haupt, Altenpflegerin in der außenklinischen Intensivpflege. Die Absage der Geschäftsführung hat Sie auch menschlich enttäuscht, fügt sie hinzu. Sie versteht nicht, warum sie sich mit bis zu 30 % weniger Geld als ihre Kolleginnen am Klinikum Chemnitz für eine vergleichbare Arbeit zufrieden geben soll.

Die ver.di Forderung nach 8 % mehr Lohn wird diese Ungerechtigkeit nicht sofort aufheben. Aber es muss endlich ein Anfang gemacht werden. Sollte sich die Geschäftsleitung der Heim gGmbH nach der Demonstration weiterhin ihrer Verantwortung entziehen, sind viele Beschäftigte auch bereit zu streiken. Wir hoffen, dass es dazu nicht kommen muss.

Pressekontakt für Nachfragen: ver.di, Andre Urmann 0151 17498749

 

Verhandlungen jetzt! Heim GmbH Chemnitz.

Verhandlungen jetzt! Heim gGmbH Chemnitz. DGB SWS/ver.di


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Die meisten europäischen Länder machen bereits gute Erfahrungen mit gesetzlichen Mindestlöhnen. In Deutschland blockieren die Entscheidungsträger Existenz sichernde Löhne für alle Beschäftigten. Dabei arbeiten immer mehr Menschen zu Niedriglöhnen. Zur Seite: www.mindestlohn.de