Deutscher Gewerkschaftsbund

09.06.2017
DGB Südwestsachsen

„Weinheimer Initiative“ tagt in Chemnitz

Jahrestagung zum Übergang Schule – Arbeitswelt 4.0

Arbeitsgemeinschaft „Weinheimer Initiative“ tagte am 7. und 8. Juni in Chemnitz.

Arbeitsgemeinschaft „Weinheimer Initiative“ tagte am 7. und 8. Juni in Chemnitz. Hron

Am 7. und 8. Juni trafen sich in Chemnitz Vertreter von Kommunen, Institutionen, Verbänden sowie Fachleute, eingeladen von der Arbeitsgemeinschaft „Weinheimer Initiative“, zur Jahrestagung. Die Arbeitsgemeinschaft beschäftigt sich mit Übergängen von Schule in den Beruf und will Risiken und Chancen für einen gelingenden Übergang diskutieren und Erfahrungen auswerten. Im Speziellen wurde die Jahrestagung 2017 in der community4you –ARENA des Chemnitzer FC der Arbeitswelt 4.0 gewidmet. Vor einer großen Zahl von Einzelimpulsen aus Wissenschaft und Praxis stand die Eröffnung durch die Oberbürgermeisterin, Barbara Ludwig, den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, dem OB der Stadt Weinheim, Heiner Bernhard und ein Vortrag von Staatssekretär Stefan Brangs vom SMWA. Am 8. Juni erläuterte die Staatsministerin für Kultus Brunhild Kurth ihre Sicht auf die Bildungsanforderungen.

In Facharbeitsgruppen wurden jede Menge Erfahrungen aus praktischen Initiativen zur Gestaltung des Übergangs Schule und Beruf aus vorgetragen und diskutiert. Als Beispiel aus Chemnitz wurde durch den Bürgermeister Philipp Rochold, die Vorsitzende der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, Angelika Hugel und den Leiter der Regionalstelle der Bildungsagentur, Burkhard Heinze, die „Initiative Berufsorientierung Chemnitz“ (IBO) vorgestellt. Aus der regionalen Fachkräfteallianz berichteten der Geschäftsführer der CWE Sören Uhle, und der Geschäftsführer des IMU-Instituts, Dr. Walter Krippendorf. Letzterer sprach zu Personal- und Arbeitsstrategien im digitalen Wandel über ein arbeitnehmerorientiertes Projekt, welches im Rahmen der Fachkräfteallianzen gefördert wird und betonte, dass es essentiell ist auch die betrieblichen Interessenvertreter in den Prozess des Übergangs Schule- Arbeitswelt einzubeziehen.

Beim abschließenden Podium der Jahrestagung stellte DGB Regionsgeschäftsführer Ralf Hron einige Anforderungen zum Themenfeld aus Sicht der Gewerkschaften dar. Dies betrifft im umfassenden Wandlungsprozess auf Grund der digitalen Entwicklung die Sicherung von Stabilisierung gegenüber wachsenden individuellen Unsicherheiten. Gute Arbeit erfordert Qualität, die Kompetenz zur Selbstaneignung statt endlose Wissensvermittlung. Aus dem Index Gute Arbeit ist bekannt, dass Selbstbestimmung und Mitbestimmung die Gesundheit und Arbeitszufriedenheit fördert.

Demokratie muss erlebt werden und selbstverständlich spielt auch die Umsetzung von betrieblicher Mitbestimmung dabei eine sehr zentrale Rolle. Der umfassende Prozess der Bildung durch alle Schulinstanzen muss eine Schule für alle ermöglichen und dazu weggehen von der heutigen Segmentierung, ja Selektion. Das berufliche System muss gestärkt werden und wir müssen uns auch im Sinne der Fachkräfte dem allgemeinen Akademisierungswahn entgegenstellen. Letztlich brauchen wir eine gesellschaftliche Selbstbestimmung dafür, wie wir mit den technologischen Möglichkeiten umgehen. Für den DGB muss Wirtschaft dem Menschen dienen, das bedeutet auch, dass nicht alles, was technisch möglich ist, gemacht werden darf. Es steht die Frage im Raum, wem die Daten gehören.

 

Eine Dokumentation des Forums findet sich unter: http://www.kommunale-koordinierung.de/aktivitaeten/jahresforen/jahresforum-2017-chemnitz/detailseite/?tx_news_pi1[news]=387&cHash=186a73938e74a9d0d44d02681067427c


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