Deutscher Gewerkschaftsbund

07.03.2016
DGB SV Chemnitz

Chemnitz für Menschlichkeit

Erfolgreicher Protest gegen Naziaufmarsch

von DGB SWS
6.3. 2016 in Chemnitz

Protest für Menschlichkeit in Chemnitz am 6.3. 2016. Hron

Einen Tag nach dem erfolgreich begangenen Friedenstag demonstrierten in Chemnitz über 500 Bürgerinnen und Bürger friedlich und gewaltfrei gegen einen sogenannten Trauermarsch, der von der JN angemeldet wurde. Die Jugendorganisation der NPD marschierte ausgehend von einer Auftaktkundgebung am Hauptbahnhof über den Innenstadtring. Dem Naziaufruf waren nur etwas mehr 100 Anhänger gefolgt, so dass diese Provokation unter einer riesigen Begleitung von ca. 800 Polizeibeamten zum traurigen Flop mutierte.

Gegen diesen Naziaufmarsch formierten sich ab 13.00 Uhr am Roten Turm mehr als 500 Bürgerinnen und Bürger. Aufgerufen hatten der DGB Südwestsachsen, DIE LINKE, Bündnis 90 / Die Grünen, die SPD und das Bündnis Chemnitz nazifrei. Zur Auftaktkundgebung sprach der Chemnitzer Landtagsabgeordnete von DIE LINKE, Dr. Klaus Bartl, der noch einmal eine Bilanz der sächsischen Politik in Bezug auf den Rechtsextremismus zog. Er erinnerte an die aktuelle Rede des sächsischen Ministerpräsidenten, der nunmehr ein massives Problem mit Rechtsextremismus in unserem Bundesland eingeräumt hat. Bartl machte klar, dass  nun Konsequenzen gezogen werden müssen.

Sprühaktion

Gemeinsam mit dem Netzwerk für Jugend und Kulturaarbeit untergwegs. Susanne Schaper, LINKE, Heidi Becherer SPD und Ralf Hron DGB. Hron

Als zweiter Redner mahnt DGB Regionsgeschäftsführer Ralf Hron vor den versammelten Bürgerinnen und Bürgern das gemeinsame Handeln aller Demokraten gegenüber Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit an. Hron zitierte aus dem Tagebuch der Anne Frank und drückte seine Hoffnung aus, dass wir gemeinsam aus der Geschichte lernen können. Mit Blick auf den gestrigen Friedenstag und die gute Resonanz bei der heutigen Protestkundgebung gegen den JN Marsch, freute sich Hron über die breite Beteiligung und die zahlreichen Initiativen für Demokratie und Menschlichkeit in Chemnitz.

Bereits am frühen Morgen fanden sich unter Koordination des Netzwerkes für Kultur- und Jugendarbeit ca. 30 junge Leute ein, die auf einem weiten Teil der späteren Demonstrationsstrecke der JN Schlüsselwörter aus dem Grundgesetz mit Sprühkreide auf die Fahrbahn brachten. Diese kreative Protestaktion war von Künstlerinnen und Künstlern aus Chemnitz unterstützt worden und zeigte einmal mehr, dass die Nazis in dieser Stadt nicht willkommen sind.

Die Protestveranstaltungen verliefen bunt, laut, aber grundsätzlich friedlich und gewaltfrei. Die Arbeit der Polizei verlief aus Sicht des DGB zu jedem Zeitpunkt korrekt. DGB Geschäftsführer Ralf Hron bedankte sich am Montag bei den Beamtinnen und Beamten sowie den Chemnitzerinnen und Chemnitzern, die in beeindruckender Weise Zivilcourage gezeigt haben. In einem ersten Resumee erklärte der DGB, dass mit dieser Demonstration und den Kunstaktionen ein deutliches demokratisches Zeichen gegen die Instrumentalisierung der Geschichte durch alte und neue Nazis gesetzt werden konnte.

Aufruf 6.3. Chemnitz

Aufruf zum 6.3.2016 Chemnitz Hron


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