Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 020 - 09.11.2016
Chemnitz / Zwickau

DGB verurteilt Angriffe auf „Lokomov“ in Chemnitz und Gedenkbänke in Zwickau scharf

In den westsächsischen Städten kam es in den vergangenen Tagen zu Angriffen

Gleich zwei Angriffe gab es vom 7. auf den 8.11. in Chemnitz und Zwickau auf zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und Menschlichkeit. Im Kulturprojekt „Lokomov“ finden derzeit Veranstaltungen im Rahmen des Theatertreffens „Unentdeckte Nachbarn“ statt, die sich mit der Aufarbeitung des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) beschäftigen. Hier wurde mittels Sprengstoff ein Anschlag auf die Lokalität verübt. Die „Gedenkbänke“ in Zwickau sollen an die Opfer des der rechtsextremistischen Terrorzelle erinnern und Raum geben zum Gedenken. Auch hier wurde am 7.11. eine Bank angesägt und das Holz eingetreten. Weitere Bänke wurden später mit Farbe verschandelt.

Dabei wird sichtbar, dass in Teilen der Bevölkerung nicht einmal vor dem Tod und der Erinnerung an Menschenleben Respekt herrscht. Fünf Jahre nach Auffliegen des NSU gibt es offenbar noch genügend Sympathisanten, die weder vor lebensgefährlichen Sprengstoffanschlägen, noch vor der Würde des Menschen Halt machen. In Anbetracht der derzeit stattfindenden Veranstaltungsreihen „Theatertreffen Unentdeckte Nachbarn“ von Grass Lifter und der „Novembertage“ des Bündnisses für Demokratie und Toleranz in Zwickau wird  besonders deutlich, wie wichtig es ist, sich in jetzt und immer wieder gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit zu positionieren.

Der DGB Regionsgeschäftsführer Südwestsachsen Ralf Hron nennt dies „einen weiteren dunklen Höhepunkt rassistisch motivierter Gewalt“ und fügt an: „Wir sind entsetzt über das Geschehene. Offensichtlich ist es nicht einmal mehr möglich, auf künstlerischer Ebene eine offene und faire Auseinandersetzung mit den grausamen Taten des NSU durchzuführen, ohne Angst vor weiterer Gewalt, Attentaten und Anschlägen haben zu müssen. Unsere volle Anteilnahme gilt allen Opfern rassistisch motivierter Gewalt. Wir sind solidarisch mit alldenjenigen, die sich für Toleranz, Akzeptanz und Mitmenschlichkeit und eine offene Gesellschaft engagieren.“


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Regionsgeschäftsführer Ralf Hron

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