Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 021 - 12.12.2016
Südwestsachsen

Über 40% (im Durchschnitt) von Altersarmut bedroht!

Ursache: Niedriglöhne in Südwestsachsen

Der DGB Südwestsachsen zog am Freitag, dem 09.12.2016 eine erschreckende Teilbilanz für die sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten in der Region Südwestsachsen hinsichtlich der Einkommen. Insgesamt stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, aber über 40% der Vollzeitbeschäftigten in Südwestsachsen arbeiten für einen Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 2.056 Euro brutto im Monat. Der DGB Südwestsachsen warnt: Das hat katastrophale Folgen für die Rente.

Die von der Bundesagentur für Arbeit bereitgestellten Daten machen deutlich, dass fast jede zweite Frau und über 37% der Männer so wenig verdienen, dass sie trotz einer Vollzeitbeschäftigung im Alter auf ergänzende Grundsicherung angewiesen sein werden. Zum Vergleich: Deutschlandweit sind es lediglich 18%, die auf einen Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle angewiesen sind.

Besonders betroffen ist der Erzgebirgskreis, der deutschlandweit das niedrigste mittlere Einkommen aufweist. Zwar konnten aufgrund der Einführung des Mindestlohns überdurchschnittlich hohe Lohnzuwächse in allen Regionen Südwestsachsens verzeichnet werden, dennoch sind zu viele arbeitende Menschen von Altersarmut betroffen.

Selbst wenn das aktuelle Rentenniveau von 47,7% nicht wie von der Bundesregierung geplant weiter sinken würde, ist ein Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle nicht ausreichend, um im Alter eine Nettorente oberhalb der Grundsicherung von 788€ zu bekommen. Daher fordert der DGB Südwestsachsen nach der erfolgreichen Einführung des Mindestlohns nun zwei weitere Schritte, um Arbeitnehmern ein faires Leben zu ermöglichen.

Die zentrale Konsequenz, die wir aus diesen Zahlen ziehen müssen, ist eine Erhöhung der Einkommen aus Beschäftigung. Dazu wird die Tarifbindung der Betriebe in Südwestsachsen ausgeweitet werden müssen“, konstatiert Ralf Hron, Regionsgeschäftsführer DGB Südwestsachsen. „Die Arbeitnehmer müssen einen  fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe erhalten. Auch um im Alter eine faire Rente zu beziehen und nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Zum anderen muss die Bundesregierung den Sinkflug des Rentenniveaus stoppen. Die Gewerkschaften schlagen einen Kurswechsel im Rahmen der Kampagne Rente muss reichenvor.“

Präsentation, Bericht und Pressemitteilung zum Download finden Sie hier:

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Pressefoto Ralf Hron

Regionsgeschäftsführer Ralf Hron

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